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That's Publishing - Weblog von Bernd Pitz


Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage

Die US-amerikanische Entertainment Software Association hat nicht ganz uneigennützig herausgefunden, dass in 65 Prozent der amerikanischen Haushalte am Computer gespielt wird, und der Frauenanteil liegt inzwischen bei 40 Prozent. Die Deutschen sind nicht ganz so verspielt wie die Amerikaner, aber auch im Land der Dichter und Denker verlieren klassische Medien an die Spieleindustrie. Nielsen sagt, dass bereits 40 Prozent der 16- bis 49-jährigen unter uns, sechs bis 14 Stunden in der Woche spielen.

Der Verband der Deutschen Zeitschriften Verleger (VDZ) zeigt anlässlich der Games Convention am 21. August in Leipzig 25. März in Hamburg 2009 auf seinem Expertenforum, wie klassische Verlage in diese Wachstumsbranche einsteigen können.

Burda beispielsweise setzt auf Vertriebserlöse wie Abo-Gebühren und Item Selling auf Games-Plattformen wie Ragnarok Online, Hello Kitty (www.sanriotown.com), Florensia und andere mit insgesamt über einer Million registrierten Spielern.

Die Zeitschriftenmarke freundin hat ihr Geschäftsfeld um Lizenzerlöse erweitert und gibt eine Reihe mit Casual Games für 9,95 Euro heraus. Holtzbrinck erklärt am Beispiel Fantastic Zero wie die Vermarktung von reichweitenstarken Games-Umfeldern funktioniert.

Spiele lassen sich aber auch hervorragend als Marketinginstrument zur Userbindung bzw. Reichweitensteigerung einsetzen, wie der Erfinder des Moorhuhn-Spiels erläutert. Sein Vortrag handelt u.a. davon, was die Erfolgsfaktoren für ein Marketingspiel sind, wieviel die Entwicklung kostet und wie man es am besten auf den Markt bringt.
Ralf Möllers, Geschäftsführer von Terzio, erzählt in der Abschlussdiskussion über Kooperationen und strategische Allianzen mit der Spiele-Industrie. Mit Marktdaten zu Zielgruppen und Genres sowie Best Practice Beispielen gibt das Forum konkrete Hinweise, wie klassische Verlage auch mit geringen Budgets an der Erfolgsstory der Games-Industrie teilnehmen können.

Und selbst der Geschäftsführer des deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, adelt die einstmals verrufenen Computerspiele als wichtiges Kulturgut im Interview mit dem WAZ-Portal “Der Westen”:

“Man muss sich natürlich auch anschauen, welche Bedeutung Computerspiele haben. Deshalb haben wir auch immer den Kulturstaatsminister dazu aufgefordert, dass er endlich ein besonderes Unterstützungsprogramm für gute Computerspiele schafft, damit sich die guten Computerspiele von den nicht so guten Spielen deutlich absetzen. Dafür ist die Vergabe eines Preises eine sehr gute Möglichkeit, weil man damit deutlich machen kann, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt. Man schickt quasi die Entwickler über den roten Teppich und kann sie positiv in der Öffentlichkeit positionieren.”

Nachtrag, 6.8.08:
Die VDZ-Zeitschriftenakademie hat die Veranstaltung auf den 25. März 2009 verschoben. Dann soll das Expertenforum in Hamburg stattfinden.

Ruth SchoellhammerÜber die Autorin:

Ruth Schöllhammer unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung von Kommunikations- und Social Media-Strategien und begleitet sie bei der Umsetzung der Maßnahmen. Ihre Schwerpunkte sind Community-Management und Games sowie PR und Veranstaltungen.

Daneben ist Sie Gastdozentin für Medienmanagement am Euro-Business-College und gibt Seminare und Workshops u.a. für die Zeitschriften Akademie, die Burda-Journalistenschule und die Axel-Springer-Akademie zum Thema Social Media und Community-Aufbau.

« Unternehmen nutzen Communities statt Blogs – Lars Hinrichs, Xing: Deutschlands wichtigster Web-Gründer »

Info:
Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage ist Beitrag Nr. 73
Author:
Ruth Schoellhammer am 4. August 2008 um 11:25
Category:
Innovation,Veranstaltungen,Verlage
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9 Kommentare »

  1. Bernd Pitz

    Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage http://tinyurl.com/63wtmu

    #1 Trackback vom 04. August 2008 um 11:05

  2. bernd pitz

    Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage http://tinyurl.com/63wtmu

    #2 Trackback vom 04. August 2008 um 11:05

  3. Bernd Pitz

    Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage http://tinyurl.com/63wtmu

    #3 Trackback vom 04. August 2008 um 13:05

  4. Webnews.de

    Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage…

    Der Verband der Deutschen Zeitschriften Verleger (VDZ) zeigt anlässlich der Games Convention am 21….

    #4 Trackback vom 06. August 2008 um 15:08

  5. Thorsten

    Sehr guter Beitrag.
    Nach Microsoft steigt nun auch Yahoo in den stark boomenden Markt des In-Game-Advertising ein. Zunächst über das amerikanische Yahoo Games Portal sollen bis Jahresende 400 Computerspiele erhältlich sein. Zusammen mit den Technologiedienstleistern Neo Edge und Double Fusion sollen die downloadenden Kunden Pre-Roll, Mid-Roll und Post-Roll Videowerbung vorgesetzt bekommen.

    #5 Comment vom 06. August 2008 um 15:21

  6. Compterspiele-Zukunft » Blog Archive » Re: Anno 1502 - Deutsche Computerspiele-Branche sucht de…

    […] computerspieleößte Problem neben Raubkopierern wird die Mentalität der > deutschen Spieleschmieden sein. Anno 1502 ist wieder nur halb fertig > auf den Markt geschmissen worden (Multiplayer ist nicht aktiviert, es > gibt zwar ein Tool das ihn anschaltet aber er ist nur Beta – Abhilfe > soll “entweder ein Patch oder ganz bestimmt das Anno1502-Addonpack im > nächsten Jahr” schaffen). Anstoss war schon immer mehr Bug als Spiel, > Bundesliga Manager sowieso, und alle anderen Firmen wie z.b. Fishtank > sind eh pleite. Kein Wunder – Fishtank z.b. brachte mindestens ZWEI > unvollständige Spiele hintereinander heraus (Etherlords, Car Tycoon), > wo dann ein dreister Beipackzettel einen Multiplayerpatch ankündigte, > der entweder nie kam oder erst nach Monaten. > > Ich hab noch nie ein Spiel von z.B. id Software gesehen, das auch nur > einen gravierenden Bug, geschweige denn fehlenden Multiplayer hatte. Kann ich nur beipflichten. Mein Endlosspiel in Anstoss 3 musste ich mit jeden Update neu anfangen, sprich am Ende hatte ich es ca. 10 Mal angefangen und jedesmal war es ab einen bestimmten Punkt durch einen Bug unspielbar. (Ein Stadionfudament konnte nicht mehr erweitert werden, sprich es waren maximal 30.000 Zuschauer in einen Stadion möglich – sonst ist das Limit 200.000 Zuschauer (alles Stehplätze), sprich man hat nie genug Geld gemacht.) […]

    #6 Pingback vom 07. August 2008 um 16:04

  7. Auch Brigitte geht in den Games-Markt » That’s Publishing

    […] » Blog Archive » Re: Anno 1502 – Deutsche Computerspiele-Branche sucht de… zu Games: Neues Geschäftsfeld für VerlageThorsten zu Games: Neues Geschäftsfeld für Verlage […]

    #7 Pingback vom 15. August 2008 um 16:03

  8. Spielzeug für draußen

    Na das hört sich doch gut an :-)

    Besten Gruß
    Carsten

    #8 Comment vom 31. März 2009 um 18:21

  9. Anime MMORPG

    Der Markt boomt, da will jeder sein Stück vom Kuchen abbekommen.

    Grüße Frank

    #9 Comment vom 24. August 2010 um 15:42

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